À propos de la France ...

Französische Häuser in Familienbesitz halten – Schenken oder Vererben?

Die grundlegende Frage, die es zu beantworten gilt, lautet: Soll die Immobilie in Frankreich in Familienbesitz bleiben? Denn die Übertragung von Häusern in Frankreich auf die nächste Generation wird auf jeden Fall zuerst im Land selbst besteuert.


Wie wird die französische Immobilie konkret im Erbfall besteuert?

1. Bewertung des Aktivvermögens:

Die Steuer berechnet sich aus dem jedem Erben übertragenen Vermögensvorteil abzüglich der Verbindlichkeiten. Der Wert einer vererbten oder verschenkten Immobilie besteht in ihrem Marktwert („valeur venale“) am Übertragungsstichtag. Dieser Marktwert ist nicht gesetzlich definiert, sondern ein rein ökonomischer Wert, der sich aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage bestimmt. Seit dem 2. Januar dieses Jahres hat die französische Finanzverwaltung ihre Datenbanken geöffnet, mittels derer sich die Steuerpflichtigen oder alle, die es interessiert, anhand der Verkäufe in der Umgebung über den Wert ihres Hausesinformieren können („Patrim – Rechercher des transactions immobilières“). Zur Einsichtnahme bedarf es allerdings der Einrichtung eines persönlichen, passwortgeschützten Kontos auf der Internetseite www.impots.gouv.fr (gilt nicht für die Departements Elsass, Mosel und Mayotte).

Ist das Haus vermietet, kann ein Abschlag von 20 % in Abzug gebracht werden. Die der Benutzung und der Ausstattung des Hauses dienende Einrichtung wird mit 5 % des zuvor ermittelten Marktwertes in Ansatz gebracht. Es ist grundsätzlich ratsam, einen Notar mit der Aufstellung des Inventars des Hauses zu beauftragen oder selbst noch zu Lebzeiten eine Aufstellung vorzunehmen. Gibt es keine Aufstellung des Inventars, wird der Aufschlag von 5 % auf die Gesamtheit der Werte des Aktivvermögens vor Abzug der Verbindlichkeiten hinzugerechnet.

Beispiel: Ein Deutscher verstirbt ohne Nachlassregelungen mit letztem Wohnsitz in seinem Haus in Frankreich. Aufgrund des letzten Wohnsitzes oder gewöhnlichen Aufenthaltes in Frankreich besteht unbeschränkte Erbschaftsteuerpflicht in Frankreich. Die Familie versäumt, die Erstellung des Inventars der Immobilie. Der Aufschlag von 5 % erfolgt durch den französischen Notar auf den Gesamtwert des übertragenen weltweiten Aktivvermögens, das heißt, auf alle übertragenen Immobilien, auf alle Geldkonten und Kapitalanlagen - auch bei ausländischen Banken - und auf alle sonstigen übertragenen Vermögenswerte wie Kunst, Schmuck etc..

Ist das Eigentum an der Immobilie „aufgespalten“ d. h. in Werte, die mit einem Nießbrauch belegt sind („Usufruit“), und in Werte ohne Nießbrauch („Nue-propriété“) geteilt, berechnen sich diese Werte entsprechend dem Alter des Nießbrauchers gemäß der nachfolgenden Tabelle.



2. Abzug von Verbindlichkeiten

Vom übertragenen Aktivvermögen werden alle Verbindlichkeiten abgezogen, die am Stichtag vom Erblasser geschuldet waren, zum Beispiel Steuern, Darlehen sowie posthum entstandene Kosten wie die Beerdigung (begrenzt auf 1.500 €), Gebühren für die Testamentseröffnung und die Bezahlung des Bevollmächtigten (festgelegt in den 6 Monaten nach Stichtag und begrenzt auf 0,5 % des Aktivvermögens, maximal 10.000 €).


3. Berechnung der Erbschaftsteuer

Die Berechnung der französischen Erbschaftsteuer erfolgt zunächst durch Ansatz der Freibeträge, Anwendung des Steuersatzes und die Berücksichtigung von Steuerermäßigungen.

Freibeträge werden nach aktueller Regelung nur alle 15 Jahre gewährte. Vorangegangene Schenkungen werden angerechnet.

Ehegatten und durch Vertrag verbundene Lebenspartner sind von der Erbschaftsteuer befreit. Die Freibeträge in 2014 in direkter Linie betragen 100.000 €, bei Geschwistern 15.932 € und bei Neffen und Nichten 7.967 €. Der allgemeine Freibetrag beträgt nur 1.594 €!

Der Steuertarif variiert entsprechend der Familienbindung zwischen dem Erblasser und dem Erben, zum Beispiel:

3.1 Berechnung der Erbschaftsteuern für Erben in direkter Linie 2014:



3.2 Berechnung der Erbschaftsteuer zwischen Geschwistern

Für alle nicht verwandten Personen beträgt der Steuertarif 60%.


Haftungsbeschränkung:

Dieser Artikel dient der Information an eine nicht beschränkte, interessierte Leserschaft. Er entspricht der aktuellen Rechtslage im Zeitpunkt der Veröffentlichung August 2014. Jeder Einzelfall, jede jurisitsche oder steuerliche Frage bedarf der eingehenden juristischen Prüfung, die gern unter 0033.6.87.24.17.61 angenommen und beantwortet werden kann. In keinem Fall ist kann die Rechtsanwaltskanzlei Nennstiel für die etwaige Fehler aufgrund späterer Rechtsänderungen und die begrenzte Darstellung des Rechtsgebiets in einem Informationsartikel haftbar gemacht werden.

Der Artikel als PDF ZUM DOWNLOAD

Kooperationspartnerin: Katherine Nennstiel